Erfahrungsbericht: Performance-Mentorship Exos (ehem. Athletes' Performance)

Christian Stern, hauptamtlicher Landestrainer tätig im U11/U13 Bereich in Hamburg, absolvierte in England den Performance Mentorship 1 und berichtet über seine spannende Woche auf der Insel.

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</script> Am 27. Juli startete ich meine Reise nach England, besser gesagt nach Middlesex um dort auf Empfehlung von Diemo Ruhnow an der Harrow School meine „Performance Mentorship Phase 1“ von EXOS (früher Athlete’s Performance) zu absolvieren. Ich flog schon einen Tag vor dem Kursbeginn nach London um dann nach Harrow weiter zu reisen. Ich wollte mir ein Bild von der Umgebung und speziell von dem Gelände machen, wo ich später meine Ausbildung absolvieren sollte. Die Harrow School ist eine Privatschule mit bester Ausstattung. Einzelne Institute für z.B. Mathe, Rhetorik oder Geschichte konnte ich ausmachen. Neben einer Tartanbahn mit Fußball – sowie Footballfeldern gab es noch um die gefühlten 10 Tennis Plätze, eigene Schießstände für Sportschützen und weitere Trainingsplätze. Ich war echt beeindruckt. Um in der Lage zu sein den ganzen Input der nächsten Tage optimal aufzunehmen, ließ ich die ersten Eindrücke außen vor. 
 
Montag, 28. Juli 2014 
 
Der erste Tag hatte es in sich. Ich glaube aber da kommt laut Stundenplan noch mehr auf mich zu. Pünktlich um 8 Uhr trafen sich 17 verschiedene Trainer aus 8 Nationen um gespannt den einführenden Worten von den beiden Leitern der Ausbildung Stefan Underwood aus Kanada und Barry Solan aus Irland zu lauschen. Die Struktur des Zeitplanes beinhaltete den gut abgestimmten Wechsel von Theorie und den jeweiligen Praxis Teilen. 
 
Sie erklärten die 8 Trainings Komponenten innerhalb des EXOS Training Systems: 
 
- Pillar Preperation (=Core Training) 
- Movement Preperation 
- Pylometrics 
- Movement Skills (Techniktraining)
- Medicine Ball 
- Strength–Power 
- Energy Systems Development (Ausdauertraining)
- Regeneration 
 
 
Auch in dieser Reihenfolge wurden die einzelnen Komponenten präsentiert. Eines vorweg – die Amerikaner haben einen komplett anderen Zugang zu Coaching als wir Europäer. „Let the athlete do the walking and let the drill do the talking“ nach Nick Winkelmann vermittelt einen mittels Bilder/Vorstellungen und wenigen Anweisungen wie die Übung auszusehen hat. Wie ein Déjà – vu kam mir mein Training mit jungen Spieler von 7-10 Jahren vor Augen. Erkläre ich einem Kind eine Bewegung biomechanisch wie sie auszusehen hat oder versuche ich dem Spieler eine Vorstellung von dem zu schaffen was ich von ihm haben will? Wenn man weiß was von einem verlangt wird ist man auch in der Lage das umzusetzen, ohne sich auf mehrere Sachen gleichzeitig zu konzentrieren, die der Trainer von mir verlangt. 
Mittels der Komponente Pillar Strength wurde uns geschildert wie man produzierte Kraft von einem Punkt im Körper transportierten/speichern kann unter der Voraussetzung von Stabilitätserhalt. Da bei unserer Sportart besonders bei Überkopfschlägen der Transfer von Abdruck mit dem Fuß, Hüftrotation – und Streckung, Ellbogenbewegung und Unterarmrotation wichtig ist konnte ich wiederum vieles mitnehmen. Pillar Strength ist nicht mit schönen Bauchmuskeln gleichzusetzen – ganz im Gegenteil. Effiziente Bewegung wird durch ein Zusammenspiel von Schulter -, Hüft – und Rumpfmuskulatur erzeugt um Beugung, Streckung oder Rotation zu widerstehen. Wenn diesem Muskulärem Zusammenspiel Mobilität oder Stabilität fehlt geht auch der Transfer von Kräften innerhalb der Muskelschlingen (=kinetische Kette) verloren. 
 
Dienstag, 29.Juli 2014
 
Man bemerkt, dass man etwas getan hat – der Muskelkater meldet sich schon am frühen Morgen und macht dadurch das Aufstehen nicht einfacher. Heute steht aber ein Thema auf dem Plan, von dem ich mir für den Transfer unserer Sportart Badminton sehr viel erhoffe: Beschleunigung. Nach 4 Stunden Training bei gefühlten 40 °C war es jeden Aufwand wert. Obwohl nicht jeder der einzelnen Teilnehmer das gleiche Level an englischer Sprache besitzt konnte es heute jeder für sich gut umsetzen. Stefan und Barry achteten bei der Übungsausführung wieder auf Bildhafte Sprache, sodass sich jeder Einzelne die Bewegungen vorstellen konnte. 
Die 3 wichtigen Punkte, welche ich mitnehmen kann sind „posture, leg action, arm action“ (Haltung, Bein – und Armarbeit). Ich bekam es am selber zu spüren, dass wenn der eigene Körper Mobilitäts – oder Stabilitätslücken besitzt er es dich wissen lässt. Was lehre ich jungen Athleten zuerst? Abbremsen oder schnell beschleunigen? In unserer Sportart ist es notwendig richtig abstoppen/abbremsen zu können um z.B. in einem Ausfallschritt nicht die Kontrolle über den auszuführenden Schlag zu verlieren. Welchen Transfer erziele ich durch das Üben von Netztechniken aus dem Stand, wenn im Spiel immer die Komponenten Starten/Stoppen als Faktoren hinzu kommen? Neben dem Abbremsen der Bewegung tragen die Bein – und Fußwinkel ihren Beitrag zu Abstoppen und Starten bei. 
 
Mittwoch, 30.Juli 2014
 
Das Aufstehen wird nicht einfacher, da neben Hintern und Rücken nach den gestrigen Einheiten auch noch Ober – und Unterschenkel mir Klarheit über meinen Fitnesszustand geben wollen. Doch mein Wille nach Wissen treibt mich auch diesmal schnell aus dem Bett. Heute auf dem Programm steht neben dem „FMS Functional Movement Screen“, eine Art TÜF für Bewegungsmuster, auch „Multi – Directional Speed“ (=Agilität). Besonders von Letzterem erhoffte ich mir wieder sehr viel Übertrag in unsere Sportart. Kurz nach dem Start der Präsentation der „Multi – Directional Speed“ Theorie Einheit wurden die einzelnen Komponenten besprochen durch welche sich Agilität definiert – und siehe da. 
 
Als Beispiel für Deceleration/Abstoppen war ein Bild von Lin Dan gegen Lee Chong Wei während der Olympischen Spiele in London 2012 ausgewählt worden. Definitiv ein Thema für unseren Sport. Besonderes Augenmerk wurde auf „Center of mass“, „Base of support“ und „angle of attack“ gelegt. Nichts anderes als die Start/Auftakt Haltung in unserer Sportart. Besonders Wert wurde auf die Abdruckwinkel gelegt sowie auf eine optimale 3 – fach Streckung von Hüfte, Knie und Sprunggelenk, um einen optimalen Transfer von produzierter Energie zu erreichen. 
 
Donnerstag, 31.Juli 2014
 
Der erste Gedanke nach dem Aufstehen – Was? Schon der letzte Tag? Der Muskelkater war auf einmal vergessen und ich blickte voller Freude auf eines der heutigen Themen: „Rotatory Strength/Medicine Ball“. Nachdem die Basis gelegt worden war soll nun für einen verbesserten Übertrage der produzierten Kräfte erzielt werden. Die Einheit „Rotatory Strength/Medicine Ball“ beschränkte sich auf den praktischen Teil, was den Teilnehmern die Möglichkeit gab noch mehr Übungsprogressionen und verschiedene Varianten einer einzelnen Übung zu erfahren. Die Gruppe hatte sich in den vorherigen Tagen besser kennen gelernt. Dadurch kamen immer mehr Diskussionen zu gewissen Themen und Übungen zu Stande. Der berühmte Erfahrungsaustausch hatte am letzten Tag bestimmt seinen Höhepunkt. Nach dem Ende der Ausbildung fliege ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück nach Hamburg. Ein Weinendes, da die Woche darauf die 2. Phase der Ausbildung beginnt. Das große Thema wird „The Art of Coaching“ sein. 
 
Ein Lachendes, weil ich durch die Ausbildung bei EXOS mein Bild bzgl. Athletiktraining und Badminton klarer gestalten konnte. Ich hatte schon vorher ein gutes Bild von dem Gelehrten, da ich schon mehrere Fortbildungen bei Diemo Ruhnow absolvieren durfte. Mir ist es aber wichtig viele Perspektiven zu hören, um mir dann das Passendste für mich heraus zu filtern und auf meine Sichtweise adaptieren zu können. Auch wenn ich bei Diemo’s Fortbildungen Themen zum 3., 4. oder gar 5. Mal gehört habe, konnte ich noch immer neuen Input heraus ziehen. Mich hat die Ausbildung voll begeistert – ich habe selber wieder mit dem Training begonnen. Bevor ich diese Bewegungen lehre und vermittle muss ich an ihnen arbeiten, um den Athleten ein klares Bild zu den von mir geforderten Bewegungsmustern bieten zu können. Den Anspruch, den ich meinen Athleten gegenüber habe, muss ich auch gegenüber mir selbst haben um einen gemeinsamen Fortschritt erzielen zu können. 
 
Christian Stern (Hauptamtlicher Landestrainer Nachwuchs, Hamburg)
 
 
 
 
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