The Return of the Unterarmdrehung – oder mit Scheibenwischer zum guten Clear

Einige Zeit lang war die Unterarmdrehung etwas aus dem Focus geraten – dieser lag dann auf anderen Aspekten des Spieles. Dieser Artikel beleuchtet wichtige Aspekte dieses Bewegungselementes und gibt ein paar Trainingshinweise für eine Vielzahl von Schlägen.

Zunächst eine sehr wichtige Feststellung, die eine Vielzahl von Folgerungen zulässt, von denen hier ein paar erläutert werden sollen. Die Unterarmdrehung ist anatomisch bedingt eines der wenigen Schlagelemente, die eine gute Umsetzung der Kraft auf den Schlägerkopf bei wenig Raumnutzung ermöglichen. Auf Deutch: ein wenig Drehung des Unterarmes resultiert bereits in einer großen Bewegung im Schlägerkopf – dies hat Vor- und Nachteile. Auf der einen Seite Power – auf der anderen Seite in Anführungsstrichen „wenig Kontrolle“ – bewusst in Anführungsstrichen und dies ausgeschrieben, weil Kontrolle so wie vielen in den Sportarten relativ ist und abhängig letztendlich von der Anzahl der verwendeten Übungszeit (genauer: im Verhältnis zur relativen Abweichung) ist. Practise makes perfect. 
 
Bei einer Vielzahl von Schlägen ist die Unterarmdrehung hilfreich, wenn nicht sogar notwendig: Beim Clear oder Smash sorgt dies als Element einer langen kinetischen Kette für die entsprechende Power, ebenso aber der harten Konterabwehr – nah am Körper die vielleicht einzige Möglichkeit sich im Doppel noch zu Befreien – beim Sticksmash die Möglichkeit, einen harten Schlag zu machen, aber dennoch Winkel in den Ball zu bekommen. Man könnte jetzt noch eine Vielzahl weiterer Schläge aufzählen – aber, dies ist gar nicht nötig. Die genannten Beispiele sollen für eines reichen, zu erkennen, dass dieses Bewegungselement wichtig ist. 
 
Soviel zum „Return“ – jetzt zum Scheibenwischer. Scheibenwischer nenne ich im Kindertraining das isoliert Üben der Unterarmdrehung – entweder am Körper (Oberarm liegt am Körper, 90-Grad-Winkel im Ellbogen sowie zwischen Schlägerschaft und Unterarm – „Hammergriff“) oder von mir gerne genutzt „links vom Kopf“. Belastungsdauer am Anfang, maximal schnell, 8-12 Sekunden, maximal 3-5 Durchgänge – das ganze ist steigerbar, aber gerade mit Kindern sehe ich nicht den Bedarf. 
 
Wozu das ganze? Ich nutze das Ganze oft für die Optimierung oder Verbesserung des Clears: insbesondere haben junge Mädchen oft das Problem, dass sie den Ball mehr schieben als schlagen. Dies kann mehrere Ursachen haben – falsche Grundmotorik der Schlagbewegung, falsche Griffhaltung, zuwenig Vertrauen in die eigene Fähigkeit den Ball mit einem harten Schlag zu treffen. 
Ein Training der isolierten Unterarmdrehung kann nun folgende Probleme lösen: 
 
- Gewöhnung an den richtigen Griff 
- Kräftigung der noch ungewohnten Bewegung 
- Ökonomisierung der Unterarmdrehung 
- Bereitstellen der Unterarmdrehung als ein motorisches Lösungsprinzip (neuronal). 
 
Dies kann bereits auf verschiedene Weisen dann bereits dazu führen, dass die Clearbewegung „besser wird“. Im Training kann man dies ganz einfach auf verschiedene Weisen einbauen. Ich nutze dies im U13-Bereich gerne und häufig in den Pausen zur Fußarbeit (Footwork, Schattenbadminton, ...) oder aber beim Racketspeed am Netz (Bsp. 4 Durchgänge 60 Sekunden Drive mit Griffwechsel, dann 10 Sekunden Unterarmdrehung) – hier kommt dann auch keine Langeweile – viel Abwechslung wird geboten – auf. 
 
Achtung: "Clear & Smash" ist immer auch ein beliebtes Workshop-Thema, welches öfter angeboten wird - mehr Infos dazu hier auf der Seite unter dem Punkt "Seminare".
 
Viel Spaß beim Ausprobieren wünscht 
Diemo Ruhnow

 
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