WISSEN – Badminton Technik: Ansatzlosigkeit im Vorderfeld

Als Einstiegsthema in das Techniktraining im Badminton eignen sich vor allem Unterhandschläge - das Badminton Technikthema Ansatzlosigkeit im Vorderfeld ist zudem Einstiegsthema in der Badmintonausbildung des Talentteam Deutschlands.

 

Jeder, der einmal mit kleinen Kindern an der Badmintontechnik gearbeitet hat, weiß, dass Unter- und Seithandschläge (wie z.B. Swip und Drop am Netz) zu Beginn viel leichter als Überkopfschläge wie Clear und Smash. Selbst Finten im Vorderfeld sind verhältnismäßig einfach zu erlernen, obwohl diese manchem Erwachsenen schwer erscheinen. Grund ist zum einen, dass Schläge im Vorderfeld eher auf Augenhöhe sind und damit einfacher zu treffen sind (was auch noch durch die schnell eintretenden Erfolge motivierender ist – Kinder brauchen den Lernerfolg zum Lernen) und zum anderen dass diese Schläge mit einer viel kürzeren Bewegung durchgeführt werden und zudem weniger Teilbewegungen gekoppelt werden müssen.
 
Als Beispiel mache der Leser sich klar, wie einfach ein Rückhandaufschlag im Vergleich zum Vorhandaufschlag auf Grund der kürzeren Schlagbewegung vor dem Treffpunkt, ganz zu Schweigen vom Clear über Kopf, zu lernen oder lehren ist. Ich muss zugeben, gerade zu Anfang meiner Trainerlaufbahn bin ich des Öfteren verzweifelt, wenn ich kleinen Kindern (und dann auch noch mit Erwachsenenschlägern) einen Vorhandaufschlag versucht habe beizubringen – jeder hat da sicherlich so seine Erfahrungen gemacht, sei es denn mit dem Vorhandaufschlag oder mit dem Überkopfclear.
 
Jetzt zurück zum Thema Ansatzlosigkeit. Worum geht es dabei genau? Ansatzlosigkeit bedeutet, dass aus einer Schlägerhaltung („Null“) verschiedene Schlaglösungen gespielt werden können ohne das der Gegner vor dem Treffpunkt des Balles bereits erkennen kann, in welche Ecke er demnächst zu starten hat. Nullpositionen können situativ gewählt werden – letztendlich auch schon dazu genutzt werden, dem Gegner eine zu deckende Lösung aufzuzwingen. Für den Einstieg bietet sich die „Netzdrop“-Variante der Nullposition an (hohe Position des Schlägerkopfes auf Schulterhöhe, geschlossene und abgesenkte Schlägerkopfhaltung, siehe Foto) – für ein gutes Gelingen sind aber weitere Punkte äußerst wichtig:
 
1)   früher Einnahme der Nullposition im Vorderfeld – Regel „Arm vor Bein“ d.h. bereits mit der ersten Startbewegung, also dem Auftakt, werden Hand und Schläger in die richtige Position genommen – „Arm vor Bein“ d.h. also, dass bevor eine Bewegung mit den Beinen zum Ball vorgenommen wird, der Schläger sich bereits zum Ball und in eine ruhende, locker gehaltene Nullposition genommen wird
 
2)   explosiver Start zum Ball mit aufgerichtetem Oberkörper, wenn möglich und nicht unbedingt nötig, dann kein großer tiefer Ausfallschritt (sondern eher ein kleiner „flacher“)
 
3)   die Null muss möglichst lange bis kurz vor Eintreffen gehalten werden, wobei die Griffhaltung möglichst locker ist, damit insbesondere für Schläge ins Hinterfeld genug „Luft“ zum Zugreifen zwischen Finger und Schlägergriff ist
 
Aus dieser Position werden dann verschiedene Schläge wie z.B. Netzdrop longline & cross, Swip longline & cross sowie Finten geschlagen. Weitere Videos und Artikel zum Thema Badminton Technik im Vorderfeld folgen.
 
Viel Erfolg beim Anwenden,
 
Diemo Ruhnow
 
 
 
 
 
 
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