Ausgaben oder Investitionen – als Trainer besser werden

Ein Podcast, dass ich neulich gehört habe und dessen Aussage ich völlig unterstützen kann, war Auslöser für die Idee des folgenden Artikels – es geht um die Sichtweise von Traineraus- und -fortbildungen.

Michael Boyle, ein angesagter Performance-Trainer aus den USA spricht in seiner Vorträgen vor Trainern oft von der 10.000-Stunden-Regel. Diese ursprünglich aus der ehemaligen DDR stammende Formulierung der Dauer einer Ausbildung von Weltklasseathleten überträgt Boyle auch auf den Weg eines werdenden Trainers. Eines wird dadurch schnell klar – ein guter Trainer wird man nicht mal soeben durch ein paar Wochenenden Trainerausbildung. Ständiges Arbeiten mit Athleten und ständiges Fortbilden gehört dazu, ist nicht nur ein „Add-On“ sondern ein Muss. 
 
Während Fortbildungen im Athletik-, Fitness- und Krafttrainingsbereich oft nicht ganz günstig sind – ich selber besuchte Seminare angefangen von ca. 100 EUR pro Tag bis hin zu 700 (!!!) EUR pro Tag, sind zurzeit Fortbildungen im Badmintonbereich noch relativ günstig. Je nach Landesverband und Referent liegen diese oft im Bereich von 30 EUR (insbesondere geförderte Lizenzausbildungen) bis maximal 100-150 EUR – also ein vielfaches günstiger, aber dennoch natürlich eine Stange Geld. Früher – ich erwähnte dies bereits in einem anderen Artikel – sprach mein Wirtschaftslehrer immer von sinnvollen Investitionen in Humankapital. 
 
Das Podcast hatte eine ähnliche Sichtweise. Zwar kosten Trainerfortbildungen oder –ausbildungen eine gewissen Summe an Geld, aber aus meiner Sicht gut angelegtes Geld. Statt dieses Geld als Kosten oder Ausgaben zu sehen („Reframing“) sollte man dieses Geld als Investition ansehen. Man besucht eine Fortbildung – und ist, wenn man mit dem neu Gelernten vernünftig umgeht, arbeitet, es umsetzt, danach ein besserer Trainer. Dies wird dann oft erkannt, manchmal aber auch „verkannt“ – hier gilt es zu demonstrieren aber auch klarzumachen, dass man sich als Trainer entwickelt – und nun mehr Qualität also Leistung bringen kann – ein Mehr an Leistung sollte auch entsprechend honoriert werden – wenn dies der Fall ist, hat sich die Investition ausgezahlt. Klar ist: dies kann und soll nicht von heute auf morgen passieren. Heute eine Fortbildung machen, morgen zum Vereinsvorstand gehen und 5 EUR Stundenlohn mehr verlangen – dies trifft sicher nicht den Punkt. Aber langfristig mit Sicherheit – auch werden andere Vereine auf einen engagierten Trainer aufmerksam, Angebot und Nachfrage steigern hier dann schon den eigenen Stundensatz. 
 
Ein kleines Rechenbeispiel: Bei nur 2x2 Stunden Training pro Woche ergibt bei 40 Trainingswochen im Verein eine Erhöhung von nur 1 EUR in der Summe 160 EUR – damit lassen sich schon eine teurere oder zwei günstige Fortbildungen refinanzieren. Weiterhin – was man als Trainer nicht vergessen darf – ist man mehr (oder möchte man) und mehr ins Trainergeschäft einsteigen oder es neben dem Studium als Einnahmemöglichkeit nutzen, kommt man schnell über den Übungsleiterfreibetrag. In diesem Falle kann man natürlich diese Kosten, inklusive der Kosten für Anreise (Kilometergeld), Übernachtung und Verpflegungskosten steuerlich gelten machen – somit „spart“ man sogar noch oft, wenn man Geld in Ausbildungen investiert (dies stellt keine steuerlich Beratung dar, diese kann nur ein Steuerfachman leisten). 
 
Dies als kleine Anregung für Euch eine andere Sichtweise auf Kosten für Trainerausbildung zu entwickeln - für mich auch eine Anregung für einen nächsten Artikel. Ich werde hier darstellen, welche Möglichkeiten es für einen Badmintontrainer gibt, sich weiter- und fortzubilden. 
 
Viel Erfolg beim Fortbilden wünscht Diemo Ruhnow
 
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