WISSEN - Meeting Friends – Auf dem Weg in die Spitze

Meeting Friends – Auf dem Weg in die Spitze Badminton ist ein noch sehr persönlicher Sport – Sicherheitszäune oder ähnliches wie im Fußball existieren nicht – und so konnte ich die German Open vor ein paar Tage in Mühlheim nutzen, um eine paar Freunde aus dem fernen China wiederzusehen.

Im Sommer hatte ich im Nachklang der Olympischen Spieler wieder die Möglichkeit, im Badmintonleistungszentrum der Hunan Provinz in China zu trainieren. Bereits das dritte Mal zu Besuch gab es doch die eine oder andere Neuerung und Überraschung. Das Hunan Badminton Team ist eines der besten in China. Olympiasieger und Weltmeister wurden und werden hier gemacht. Dass spiegelt sich auch im Trainingszentrum wieder: zum Beispiel wurde eine neue Cafeteria eröffnet, alle Badmintonspieler können jetzt gemeinsam ihr Frühstück, Mittag- und Abendessen einnehmen – nebenher läuft Badminton auf nagelneuen Flachbildschirmen – ein Hauch von Luxus. Eine weitere Überraschung für mich war, dass sich auf Grund der Olympischen Spiele – die volle Konzentration galt natürlich den Olympiateilnehmern – viele chinesische Nationalspieler aus der zweiten Reihe während des Sommers in ihren Heimatzentren trainierten.
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So fand ich mich plötzlich in der ersten Trainingseinheit mit Athleten auf dem Feld wieder, die wenige Wochen später bei den Japan und China Open das Viertel- oder gar Halbfinale erreichten. Dass ich leicht überfordert war, aber extrem motiviert, brauche ich wohl hier nicht zu erwähnen. Aber es soll an dieser Stelle gar nicht um das Training gehen, hierzu vielleicht einmal an anderer Stelle mehr, sondern um kleine Freundschaften, die sich aufbauten. Die Trainingseinheiten finden in China grundsätzlich getrennt nach Geschlecht statt, Frauen werden von weiblichen Coaches trainiert, Männer von ihren männlichen Kollegen. Freizeit verbringt man dann aber doch zusammen und versucht sich mit Händen und Füßen, eingerostetem Chinesisch oder bruchhaften Englisch zu unterhalten, sitz zusammen, schaut Urlaubsfotos an, versucht sich über die Unterschiede Deutschland/China der Gesellschaft oder des Badmintontrainings auszutauschen oder verbringt im Internetcafé ein paar Stunden und wird Teil eines virtuellen Chaos rund um Ego-Shooter und Chat-Programmen.
 
Wieder in Deutschland angekommen hielt ich dann per Email weiter Kontakt, wobei ich mir nach jeder neuen Mail wieder vornahm, wieder mehr an meinem Chinesisch zu pfeilen, um auch ohne fremde Hilfe oder Wörterbuch mehr lesen und schreiben zu können. Ende Januar schrieb mit Tian Qing, dass sie in Deutschland am Start sei. Eigenen Terminkalender gecheckt, schrieb ich dann eine Mail zurück, dass ich vorbei kommen würde, wenn sie mit ihrer Partnerin das Halbfinale erreicht. In der Woche war eine Fahrt nach Mülheim auf Grund meines doch engen Zeitplans nicht möglich.
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Gesagt, getan. Nach zwei sicheren und einer sehr engen Begegnung, war das Halbfinale erreicht und so konnte ich dann schließlich nach einem halben Jahr Tian Qing mal wieder auf dem Badminton-Court sehen. Relativ leicht gewannen die Paarung Tian Qing / Pan Pan gegen die an Zwei gesetzten Koreanerinnen, im zweiten Satz wurde es etwas knapper, letztendlich setzte sich aber die Angriffsstärke der Chinesinnen durch. Nach dem Spiel gab es dann ein witziges Wiedersehen (wiedermal geprägt von eingerosteten Chinesisch und Brocken von Englisch), aber mit Hilfe von einem befreundeten Übersetzter auch einen kleinen Austausch über Badminton und „meine“ daheimgebliebenen Trainingspartner aus Changsha. Tian Qing jedenfalls befindet sich auf dem Weg ganz nach vorne, was letztendlich auch durch das Ergebnis bei den German Open und in der Folgewoche bei dem prestigereichen All England noch einmal untermauert wurde. Qualität made in Hunan eben.
 

Diemo Ruhnow

 

 

 

 

 

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