WISSEN - Standardübung Ballmaschine

In diesem Artikel wird die V-Übung vorgstellt, mit dieser Ballmaschinen-Übung lassen sich sehr gut Schlag- und Lauftechnik kombiniert trainieren.

Nachdem im ersten Artikel der Trainer-Ecke gezeigt wurde, wie man sich eine "Ballmaschine" bastelt, wird hier eine Grundübung mit Variationen sowie nötigen Korrekturen bereitgestellt.
 
Zielgruppe für die V-Übung als Einsatz im kombinierten Lauftechniktraining mit jeweilig festgelegten (aber auch variierenden) Schlägen ist das Beherrschen der richtigen Lauftechnik in seiner Reinform im Schattenbadminton. Beherrscht man Ausfallschritt, Malayenschritt mit Umsprung sowie den Chinasprung - jeweils alles ohne Ball – erreicht man mit dieser Übung gute Fortschritte hinsichtlich Verbindung von Lauf und Schlag sowie eine Ökonomisierung der Lauftechnik. Je nach Fortschritt und Einstiegsalter kann diese Übung schon ab U11/U13 durchgeführt werden – hier noch mit den eben genannten Lernziel, aber auch in den höheren Altersklassen, um einfach gewisse Standardschläge zu verfeinern.
 
Ablauf der Übung
 
Der Übende startet von der Mitte aus in die hintere Vorhandecke. Dort kann je nach Ziel eine Chinasprung oder auch ein Umsprung (besonders wichtig im Mädcheneinzel) durchgeführt werden, der Schlag ist zunächst vom Trainer vorgegeben (z.B. gerader Schmetterball). Danach geht es umgehend Richtung Mitte-Vorne, wo ein Rückhandnetzdrop gespielt wird, bevor es mit dem Malayenschritt und Umsprung in die hintere Rückhandecke geht, dort geschlagen geht es direkt wieder nach vorne, wo in der Mitte eine Vorhandnetzdrop gespielt wird. Der Zuspieler hat also die Aufgabe, abwechselnd Vorhand Hinten, Mitte-Vorne, Rückhand Hinten, Mitte-Vorne, usw. anzuspielen, während der Übende die jeweils festgelegten Bälle spielt.
Von der Belastung bieten sich ein Umfang von 3-6 Sätze von 10-40 Bällen an, die je nach Trainingsziel eingeteilt werden (z.B. U11: 5 x 12 Bälle als Lernübung). Parallel kann ein Zuspiel mit 1-3 Übenden arbeiten, dies lässt dann auch eine vernünftige Pausengestaltung zu und die Pausierenden können immer für Nachschub in der Ballrolle sorgen.
 
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Während der Übung
 
Während der Übung ist zunächst unbedingt darauf zu achten, dass das Spielfeld des Übenden keine Bälle enthält (bei „Profis“: zumindest nicht in den festgelegten Laufwegen), Verletzungsgefahr! Ist dies sichergestellt, sollte das Zuspiel vom Trainer so perfektioniert sein, dass dieser Zuspielen und vor allen Dingen korrigieren kann. Wird die Übung schon sehr gut beherrscht, können die Laufwege verändert werden (zum Beispiel W-Übung (siehe Foto)) oder neue Schlagkombinationen gespielt werden. Ebenso können bestimmte Schwerpunkte gesetzt werden, wie z.B. rhythmisches Laufen, schnelle Rückkehr aus den Ecken, frühe Null etc. Dem Trainer bieten sich hier unendliche Variationsmöglichkeiten. Gibt es noch das ein oder andere Problemchen, sollte der eine oder andere Schritt zurück gemacht werden: hier bieten sich die Übung Winkellaufen an, wo erst einmal nur eine Lauftechnik im Hinterfeld gefordert wird. Natürlich kann man auch auf andere Hilfen, wie das Schattenbadminton (z.B. als kurze Erinnerung „wie ging das nochmal mit dem Malayenschritt“) oder einzelne Schläge aus dem Stand zurückgreifen. Wichtig ist, dass man jede Übung immer an den Übenden anpasst, dass dieser gefordert und aber nicht überfordert ist.
 
 
 
Häufige Fehler / Korrekturen (Bereich U11 / U13)
 
-          der Übende kommt nicht auf den hinteren Ecken (mögliche Korrekturen: Oberkörper stabil bzw. nach vorne (Schwerpunkt) / Abdruck mit dem hinteren Bein (Muskulatur fest) )
 
-          der Übende macht einen technisch falschen Ausfallschritt (mögliche Korrekturen: über die Ferse abrollen / Oberkörper aufrichten („Brust raus!“))
 
-          der Übende hat Probleme die Bälle hinten zu erreichen (mögliche Korrekturen: Lauftechnik überprüfen / Rückweg vom Netz prüfen, meist ist dieser unökonomisch / langsamer bzw. kein Start zum Ball)
 
-          der Übende hat Probleme mit den Schlägen am Netz (mögliche Korrekturen: frühe Null einnehmen, lang gestreckter, aber lockerer Arm / weniger aus der Hand / Handgelenk machen (der Körper hat schon Geschwindigkeit durch den Lauf) / Rückschritt: 5-8 Bälle aus dem Stand, danach 6 Bälle mit Start aus der Mitte, danach wieder Verbesserung prüfen)
 
-          der Übende hat Probleme mit den Schlägen links vom Kopf (mögliche Korrekturen: frühere Null auch links vom Kopf einnehmen (mit Spiegel/ Glasscheibe überprüfen) / Schlägernull mit dem Start verbinden (Start Beine = Start Schläger in die Null))
 
Diese Liste erwägt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, stellen aber nach Meinung des Autors häufige Fehler in der Ausführung dieser Übung dar.
 
Viel Spaß beim Trainieren!
 
Diemo Ruhnow

 

 

 

 

 

 

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