Trainer-Literatur: Bücher, die ich im Moment lese (Oktober 2012)

In diesem Artikel möchte ich kurz drei Bücher aus unterschiedlichen Fachbereichen vorstellen, welche ich momentan lese – als Anregung und Empfehlung für die eigene Weiterbildung.

Sicherlich unschlagbar ist im Moment das Angebot für das (je nach Einstellung des Readers) mehr als 800 Seiten umfassende Werk „Movement“ von Gray Cook. So allgemein der Titel gehalten ist, so allgemein kann dieses Ebook – welches zurzeit bei Amazon oder auch im iBookstore für nur 4,99 EUR zu haben ist – eine Grundlage für jeden Trainer, was athletisches Bewegen angeht, betrifft. 4,99 EUR – ist dann überhaupt Qualität möglich? Ja! Als Paperback, also als normales Buch, ist es mit 60-80 EUR, je nach Versandhaus deutlich teurer und wohl auch eher ein angemessener Preis für das Wissen, dass der Leser dort gewinnen kann. Angelehnt an den Functional Movement Screen (FMS), ein Screening-Verfahren, dass ich seit meiner ersten Fortbildung bei Athletes Performance regelmäßig mit den Athleten, die ich betreue nutze, beschäftigt sich das Buch mit einer grundlegenden Betrachtung von athletischen Bewegungen und typischen Problemen, sei es denn Einschränkungen in der Bewegungsqualität, die zu erhöhtem Verletzungsrisiko und/oder verminderter Leistungsfähigkeit führen, oder akuten Einschränkungen und einer gründlichen Ursachenforschung. Im Buch werden neben dem FMS auch noch der tiefer gehende SFMA vorgestellt und Lösungsmöglichkeiten (also Korrekturübungen und Co.) erläutert – alleine die Beschäftigung damit gibt dem Leser einen besseren Einblick und Verständnis des Themas Kraft-, Fitness- und Athletiktrainings, aber ermöglicht dem Trainer ebenso einen Übertrag auf die spezifische Sportart und lässt somit schnell Optimierungsmöglichkeiten bei den eigenen Sportlern oder dem eigenen Training bzw. der Trainingsplanung erkennen – absolut empfehlenswert! 
 
Ein Schnäppchen auf dem Flughafen Wien habe ich vor ein paar Wochen gemacht. „Unsecure Ladders“ von Graham Robinson und John Harris (Link zu Amazon) beschäftigt sich ausgehend von der Finanzkrise der Jahre 2008/2009 mit dem Thema Führung in der heutigen Gesellschaft oder heutigen Geschäftswelt. Das Thema Führung ist in der Trainerausbildung definitiv (noch) unterrepräsentiert – so lautete der Kanon beim Bundestrainerseminar zum gleichnamigen Thema im April 2012. Es wird in erster Linie Fachkompetenz vermittelt, die beiden anderen wichtigen Trainerkompetenzen – Methoden- und Führungskompetenz – haben einen deutlich geringeren Anteil. Gerade daher macht es Sinn, sich als Trainer tiefergehend mit diesen Thema auseinander zu setzen. Robinson und Harris definieren Führung in ihrem Buch, geben aber an, dass es keinen einheitlich optimalen Führungsstil geben kann – vielmehr versuchen sie durch eine Vielzahl von Beispielen und Fragen den Leser zum nachdenken und reflektieren anzuregen – alles damit – und damit zum Thema „unsecure ladders“ – unvorhergesehene Ereignisse nicht gänzlich unvorbereitet oder unerwartet durch die Führungskraft auf das Unternehmen oder das eigene Umfeld treffen. Anders wie das obige Buch „Movement“ ist „Unsecure Ladders“ kein Grundlagenbuch, dass umfassend das Thema beleuchtet, aber insbesondere durch seinen Aufbau und durch die Kommunikation mit dem Leser im Sinne der Selbstreflektion interessant für jeden Trainer. 
 
Das letzte Buch, dass ich kurz anreißen möchte, dass das Buch „Koordinationstraining im Badminton“, (Link zu Amazon), welches u.a. vom aktuellen Bundesjugendtrainer und zukünftigen Cheftrainer des Deutschen Badminton Verbandes geschrieben worden ist. Betrachtet man allein den Titel, könnte man eine Übungssammlung vermuten, was aber absolut nicht der Fall ist. Vielmehr wird umfasst unter dem Konstrukt Neumaiers Koordinationsanforderungsprofil die Sportart Badminton oder genauer spieltypische und spielentscheidende Aktionen im Einzel und Doppel beleuchtet und hieraus Ableitung für das Training oder Trainingsübungen getroffen. Wie Holger in dem Buch auch darstellt, geht es nicht unbedingt in erster Linie darum, Ableitungen für konkrete Übungen zu gewinnen, sondern darum, dass durch diese differenzierte Betrachtung der Druckbedingungen und Informationsanforderungen das eigene Bild des Trainers über die jeweilige Situation, die es zu trainieren gilt, geschärft wird und dadurch ein besseres Gestalten des passenden Trainings gibt. Finde ich auch – daher: empfehlenswert! 
 
Diemo Ruhnow
 
Gefällt Dir dieser Artikel und möchtest Du immer über neue Artikel informiert werden? Dann melde Dich kostenlos für den Newsletter an! Klicke auf den folgenden Link zum Anmeldeformular oder melde schicke eine Mail an diemoruhnow@web.de.
 
 
 
 
 
Artikelaktionen
 

Leadbox Portlet

Ebook Badminton

Booking

solibad

Badminton Reisen