WISSEN - Preisgelder im Badminton sprengen Millionengrenze

Mit dem Ende Januar 2011 in Korea stattfindenden VICTOR Korea Open Super Series Premier sprengt ein Badmintonturnier erstmals die Grenze von 1.000.000 US-Dollar.

„Kann man denn davon leben?“ oder gar „Geld verdienen?“ - das sind sicherlich Fragen, die Badmintonspieler und –spielerinnen, die ihren Sport als Leistungssport betreiben, des Öfteren hören. Sicherlich können wenige Sportler davon angemessen leben - in Deutschland kaum zwei Hände voll – aber auch dies rechnet bereits Preisgelder, Gelder von Sponsoren, der deutschen Sporthilfe und eines Arbeitgebers wie der Bundeswehr mit ein.
 
Aber die Bedingungen in Badminton Deutschland haben sich verbessert. Nicht nur, weil es derweil mehrere Standorte in Deutschland gibt, wo Nachwuchsleistungssportler zwei Mal am Tag trainieren können, sondern auch weil Systeme wie die Deutsche Sporthilfe, Leistungssportstiftungen oder die Bundeswehr Unterstützung bieten. Doch gerade im Nachwuchs- und Anschlussbereich ist es immer noch ein riesiger Spagat zwischen Ausbildung und Sport, welcher ohne die genannten Unterstützer sowie weitere Sponsoren nicht annähernd möglich ist. Dies wird auch leider erst einmal so bleiben.
 
Ein kleiner Lichtblick in weiter Ferne bietet der Titel „Super Series Premier“: 2011 wertet die Badminton World Federation (BWF) die 2007 geschaffene Super Series-Tunierreihe, auf. Vor vier Jahren mit 12 Turnieren plus einem Finale gestartet, lagen die Preisgelder zwischen 200.000 US-Dollar bis 300.000 US-Dollar. Nun haben 5 Turniere dieser Reihe den Premier-Status, einhergehend mit einer Preisgelderhöhung von bis zu derzeit 1,2 Millionen US-Dollar. Zu diesen Turnieren gehören die Malaysia Open (400.000 US-Dollar), Korea Open (1,2 Mio US-Dollar), All England (350.000 US-Dollar), Indonesia Super Series Premier (600.000 US-Dollar) sowie die Denmark Super Series Premier (350.000 US-Dollar) – bei weitem sicherlich noch nicht mit den Preisgeldern des Tennissports zu vergleichen, zumal das Preisgeld im Badminton auf die fünf Disziplinen verteilt wird – aber im Vergleich zum Vorjahr in der Spitze eine Vervierfachung des Preisgeldes. Die Entwicklung stimmt also: es geht voran.
 
Fünf Disziplinen, ein 32er-Teilnehmerfeld plus Qualifikanten – wie verteilt sich denn nun dieses Preisgeld? Und, um die Frage vom Beginn zurück zu kommen, kann man jetzt davon leben?
Als Beispiel sollen die Einzeldisziplinen bei den VICTOR Korea Open aufgegriffen werden. Die Sieger gehen hier mit jeweils 90.000 US-Dollar nach Hause, während den Verlierern des Finales immerhin noch 45.600 US-Dollar bleiben – durchaus schon sehr stattliche Summen. Fürs Halbfinale gibt es dann mit 17.400 US-Dollar auch noch einen beachtlichen Betrag, aber selbst wenn man nur zwei Runden (7.200 US-Dollar) oder nur eine Runde (4.200 US-Dollar) gewinnt, stellt dies für den Moment ein gutes Angestelltengehalt dar.
Natürlich darf man dabei nicht vergessen, dass die Konkurrenz sehr groß ist. Vornehmlich die starke Konkurrenz aus Asien, mit wenigen Ausnahmen auch Dänemark heimst Titel bei diesen Turnieren ein. Aber träumen darf man schon. Anlass genug gaben die deutschen Erfolge der Vergangenheit: Marc Zwiebler konnte schon einmal ein Super Series Finale erreichen (2009 Denmark Super Series), Juliane Schenk spielte sich in Hong Kong Ende 2010 ins Halbfinale, 2009 gar ins Endspiel des Finalturniers der Super Series – Serie und in den Doppeldisziplinen gab es vor ein paar Monaten gleich zwei Finalbeteiligungen durch Johannes Schöttler und Ingo Kindervater sowie Michael Fuchs und Birgit Michels bei den French Super Series.
 
Einzelne Lichtblicke sind also vorhanden. Nicht vergessen darf man allerdings dabei, dass neben diesen Erfolgen auch Wochen und teilweise Monate vergehen, wo die Sportler weniger hoch dotierte Turniere spielen und natürlich auch Niederlagen zu verkraften haben, wo Reisestress und Reisekosten dann schon mehr als nur auf das Gemüt schlagen, sondern sich auf der anderen Seite der Einkommensbilanz niederschlagen.
 
Zurück aber zu den VICTOR Korea Open: die Preisgelderhöhung um das Vierfache auf 1.200.000 US-Dollar ist auf jeden Fall ein kleiner Paukenschlag und ein gutes Zeichen für den Badmintonsport und seine Professionalisierung. Für Deutschland spielten sich Juliane Schenk, Marc Zwiebler sowie Sandra Marinello und Birgit Michels ins Achtelfinale, die europäischen Fahnen halten mit dem Finaleinzug die dänische Paarung Boe/Mogensen hoch. Mit Lee Chong Wei (MAS / Herreneinzel), Wang Shixian (CHN / Dameneinzel) und Tian Qing (CHN / Damendoppel, Mixed) können sich die Sieger von Malaysia auch noch bei den VICTOR Korea Open in die Siegerlisten eintragen. Sie sind jeweils in den Finals vertreten und können damit ihr Preisgeld im Monat Januar 2011 auf 120.000 US-Dollar schrauben - und davon würde es sich ganz gut leben. 
Diemo Ruhnow
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