ÜBUNG - Sinnvoll Finten einsetzen lernen – ein Übungsbeispiel

Im Minischüler- und Schülerbereich sollten aus Gründen der Vielseitigkeit verschiedene Netzfinten geübt und erlernt werden – ein sinnvoller Einsatz der erlernten Täuschung sollte aber ebenfalls im Training geübt werden.

Verschiedene getäuschte Schläge oder auch einfach „Finten“ genannt zu erlernen hat viele Vorteile – der Lernenden muss unter Zeitdruck verschiedene, oft nicht ganz einfach auszuführende Bewegungen aneinanderkoppeln, was zum einen unter dem Vielseitigkeitsaspekt in der Technikausbildung sehr wertvoll ist (vgl. Artikel „Vielseitig am Schlägergriff – Teil 1“ sowie „Vielseitig am Schlägergriff – Teil 2“), zum anderen lassen sich sofort direkte Verbesserung in den vermeintlich einfacherer „nicht-getäuschten“ Schlägen verbessern – oft werden Schlagbewegungen harmonischer und runder.
Ein weiterer Aspekt ist die Motivation: gerade Badmintonminis, aber auch Erwachsene haben viel Spaß beim Erlernen von Schlägen, die ja nun doch dazu da sind, den Gegner ins Leere laufen zu lassen und damit nicht unbedingt glücklich ausschauen zu lassen. Damit das Erlernte dann auch im Spiel sinnvoll eingesetzt werden kann, ist das ganze unter dem Aspekt Lesen-Lösen zu trainieren.
 
Wir befinden uns also im Taktiktraining: der Spieler muss seine eigene Situation und die des Gegners erfassen (Lesen) und ein sinnvollen Schlag auswählen (Lösen) – dies oft in nur Bruchteilen von Sekunden.
 
Die Übung für eine Dreiergruppe sieht nun folgendermaßen aus: Die Hauptakteure sind Spieler A und B, Spieler C hat die Aufgabe dem Spieler A bei Bedarf einen Ball zu reichen und sorgt dafür, dass keine Bälle im Spielfeld liegen. Spieler A schlägt lang auf und Spieler B spielt einen Angriffsball (in der einfachsten Version nur Smash (cross oder longline) und Drop (cross oder longline), in der fortgeschrittenen Version darf Spieler B auch Angriffsclear spielen). Spieler A MUSS nun unter Druck diesen Ball longline zum Netz legen. Die Aufgabe von Spieler B ist es, seinem eigenen Ball zu folgen, eine frühe Nullstellung einzunehmen und den Ballwechsel mit einer sinnvollen Finte zu beenden oder zumindest den Abschluss mit dieser Finte vorzubereiten. Spieler A versucht diesen Ball noch zu erreichen – dabei ist zu beobachten, wie gut dies Spieler A gelingt um zu sehen, wie erfolgreich die Finte eingesetzt wurde. Danach wird der Ballwechsel unterbrochen und die Übung beginnt von neuem – nach 12 gespielten Finten werden innerhalb des Dreierteam die Positionen getauscht.
 
Lernziel für Spieler B ist es, eine geeignete Finte einzusetzen – Beispiel: Spieler B folgt seinem Cross-Smash, den Spieler A gerade noch erreicht hat, aber seine Körperposition ist denkbar ungünstig – er liegt noch halb am Boden – schlägt Spieler B jetzt eine Kurz-Lang-Kurz-Finte longline wird Spieler A diese trotzdem noch gut erreichen und eventuell sogar gefährlich über B hinweg ins Hinterfeld spielen können. Da wird auch das Lernziel für Spieler A klar: Dieser soll nämlich herausfinden und lernen (=Lesen) welchen Ball Spieler B spielen möchte, verschiedene Hinweise müssen also aufgenommen und gedeutet sowie das Timing für den Auftaktschritt angepasst werden.
Die bessere Lösung für das Beispiel wäre als die Kurz-Lang-Finte cross, also die Finte, die den Spieler A ins Vorderfeld verleiten soll, aber dann ins Hinterfeld geschlagen wird. Eigentlich klar? Nein! Oft sind gerade junge Badmintonspieler etwas selbstverliebt in ihrer Finten und setzen diese „der Finte wegen“ und nicht der taktischen Lösungsmöglichkeit ein – diese Übung hilft daran zu arbeiten.
 
Viel Spaß beim Ausprobieren!
 
Diemo Ruhnow
 

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