WISSEN - Spiel- und Gegnerbeobachtung im Badmintonspiel

Heinz Kelzenberg, Manager und Macher des Erstliganeulings TV Refrath, präsentiert im Bereich Taktik wichtige Grundgedanken und Fragestellung für das Scouting: die Spiel- und Gegnerbeoachtung.

Einzelanalyse

Grundgedanken
 
1) Das Einzel wird eher über das Spiel Netz-Grundlinie (Bewegung vorne-hinten) entschieden, als über seitliche Bewegungen.
 
2) Die Kernfrage „Wo tut es meinem Gegner weh?“ ist bedeutsamer als die Frage „wo/mit welchen Schlägen mache ich meine Punkte?“
 
3) Das Spiel kann in Angriff, Übergang und Verteidigung unterteilt werden: die eigene Spielstrategie richtet sich immer nach den Stärken und Schwächen des Gegners in diesen Bereichen (so kann auch ein defensives Spiel zum Erfolg führen)
 
Spielstrategien
 
Grundsätzlich ist es wichtig, in jeder der drei Situationstypen beim Gegner einschätzen zu können:
 
· Seine Fehlerquote (wo?)
· Wo sind seine neutralen Antworten
· Wo sind seine gefährlichen Antworten?
 
Angriff
 
Angriff bedeutet: Kampf um die Spielkontrolle
 
· Wer zwingt den Gegner zu passiveren Schlägen (z.B. zum Heben) und erkämpft sich mehr Zeit und die besseren Schlagbedingungen?
· Beherrscht der Gegner Angriffslösungen mit dem Schwerpunkt Geschwindigkeit und/oder Platzierung?
 
Übergang
 
· Beherrscht der Gegner ein schnelles Grundspiel, bei dem man selbst nicht in gute Angriffspositionen kommt?
· Wie sicher, wie fit, wie konzentriert ist der Gegner?
 
Verteidigung
 
· Löst der Gegner hautsächlich zum Netz oder zur Grundlinie?
· Wehrt er mehr gerade oder cross ab?
· Ist er anfällig gegenüber
· Geschwindigkeits- oder Platzierungslösungen
· Wenn er bewegt wird, z.B. durch Yongbo-Drop oder Clear
 
Spielzentrum
 
· Wo ist sein Spielzentrum?
· Vorne – hinten
· Auf der jeweiligen Spielseite (wo auch ich gerade bin)
· Hat er ein festes Spielzentrum oder spekuliert er gerne
· Wie ist das Timing seines Vorspannungssprungs (eher früh/spät/aus dem Stand/aus der Bewegung)
  
Laufarbeit
 
· Welcher Typ ist der Gegner: eher der „One-Step-Typ“ oder ein Läufertyp?
· Bewegt er sich gut gerade (vorne-hinten), seitlich oder cross?
 
Bereitschaftsstellung
 
· Wie ist seine Schlägerhaltung
· nach Angriff: Schläger bereit für einen flachen, schnellen Konter
· am Netz: Ist der Schläger oben?
· Schlagnachbereitung: wie schnell gewinnt er seine Balance, wie schnell hat er eine optimale Schlagposition?
 
Spielmuster
 
· Bevorzugt er / Hat er bestimmte Lösungen automatisiert (Smash cross und direkt longline abdecken)?
· Wo ist er gefährlich: Gewinnerschläge / Variabilität?
· Wie gut liest er Finten?

 

von Heinz Kelzenberg

Heinz Kelzenberg, 47 Jahre Jahre, ist A-Trainer im DBV und hauptamtlich als Badmintontrainer im Verbund Schule/Verein in Refrath tätig. Er ist Autor des Ringbuches "Badminton Unterlagen zum Kinder- und Jugendtraining" und „Macher“ der Talentschmiede und Bundesligamannschaft des TV Refrath, erreichbar ist er unter hkelzi@aol.com .
 
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