Beinarbeit im Badminton: Footwork als Grundlage richtig eingesetzt

Beinarbeit im Badminton ist das wahrscheinlich am meisten unterschätzte und am wenigsten trainierte Element - dabei ist eine gute Beinarbeit und Lauftechnik nicht nur DER wichtigste Baustein im Spiel sondern eine ungenügende Beinarbeit auch fast immer der Grund für einfache Fehler.

Ein wichtiges Element im langfristigen Training der Beinarbeit nimmt das sogenannte Footwork (im englischsprachigen Raum Quick-Feet-Exercises) ein. Gerade im asiatischen Raum (China, Korea, Malaysia) wird dieses Trainingselement regelmäßig und in großen Umfängen durchgeführt.
 
Als Trainer sollte man Footwork nicht nur genau einordnen können, sondern auch gezielt anwenden. „Viel hilft viel“ ist hier nicht angesagt - sondern intelligente Trainingsplanung. Um dies aber genau planen zu können, sollte man genauer untersuchen, wozu bestimmte Footwork-Übungen durchgeführt werden. Viele Trainer kennen und können eine Vielzahl verschiedener Übungen, aber das immer jeder weiß, wozu diese Übung nun gerade gut ist (außer das die Chinesen oder „Lee Chong Wei“ diese auch machen), wissen nicht immer alle. 
 

Neben der Arbeit an der grundlegenden Koordination oder Basis-Agilität bilden die „Quick-Feet-Drills“ bestimmte Situation von Starts, Richtungswechseln und Korrekturschritten ab. Dies zu wissen hilft schon einmal viel bei der Ausführung. Statt kräftig in den Boden zu trampeln, sollte diese zwar möglichst schnell, aber auch möglichst leichtfüßig von statten gehen. Die Arbeit hier findet zumeist auf dem Fußballen statt. Weiterhin muss die neutrale Position betrachtet werden - diese sollte zumeist relativ breit sein, was einer defensiven Position oder den Positionen mit Richtungswechsel entspricht - ist dies Basis eher eng, auch solche Situationen kommen vor, dann wir danach von dieser engen Stellung von „eng auf breit“ gewechselt. 
 
An diesem Punkt komme ich nun zum ersten konkretem Punkt - dem Start. Wie in den Artikel zum Laufrhythmus und Starten angegeben, sollte dieser immer von „eng auf breit“ erfolgen - in den meisten Sportarten wird dies Split-Step genannt - der durchgeführt wird um zum richtigen Zeitpunkt und mit bestmöglicher Power starten zu können. Im Badminton sprach man lange Zeit von Tiefenentlastung oder Auftaktsprung, Begriffe die meiner Meinung nach das Bild nicht immer exakt treffen - Split-Step ist hier deutlich neutraler und damit vielseitiger auf Situationen und verschiedenen Techniken des Split-Steps (hoch, tief, breit, offensiv, defensiv) anwendbar. Eine Footwork-Übung, welche dies gut abbildet ist „Lateral 2 Kontakte“, die sowohl am Platz oder in einer Leiter durchgeführt werden kann. Ist man sich jetzt bewusst, warum man diese Übung u.a. durchführt, sollte hier nun auf die entsprechenden Punkte „des Feldes“ geachtet werden: Oberkörper- und Armposition, Arbeit auf dem Fußballen, Körperspannung, Breite der Arbeit. 
 
Footwork: Lateral 2 Kontakte
 
 
Koordinationsleiter: Lateral 2 Kontakte
 
 
Wie bereits oben erwähnt ist ein weiterer wichtiger Grund für die Durchführung verschiedenster Footwork-Übungen die Erarbeitung oder Verbesserung von sogenannten Korrekturschritten. Korrekturschritte werden durchgeführt um den Körper in eine bessere biomechanische Position für einen optimalen Start bei nicht optimaler Antizipation oder Deckung des gegnerischen Schlages zu bringen. Wichtig generell - der Spieler darf vor dem Schlag nicht a) fest stehen und b) zu hart und kraftvoll in den Split-Step gehen. Es geht also darum, die Leichtfüßigkeit eines Boxers zu erarbeiten. Dazu kann man die folgenden Übungen nutzen (vgl. Seilspringen).
 
Footwork: Wippen
 
 
Nun kann man diese Übung aufbauend erweitern und reaktive Elemente hinzufügen - auf bestimmte Signale muss nun der Athlet die Hüfte drehen, also die Ausgangsposition korrigieren. Dies macht nicht nur Spaß und bringt Action in die Halle, sondern man auch aus trainingsmethodischer Sicht Sinn. Die geschlossene Übung Wippen wird nun halb-offen gestaltet. Wichtig bzgl. der Arbeit auf dem Feld - die Drehung erfolgt inklusive der Hüfte (engl. hip turn), es ist kein isoliertes Umsetzen der Beine!
 
Footwork: Hip-Turn (Wippen plus Drehung)
 
 
Ich hoffe, ich konnte ein paar weitere Impulse und Anregungen geben - viel Spaß beim darüber nachdenken. Weitere Footwork-Übungen findet Ihr hier in meiner Youtube-Playlists oder auf der Footwork-DVD.
 
Viel Spaß beim Üben wünscht
 
Diemo Ruhnow
 
 
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