WISSEN Laufrhythmus im Badminton – wie funktioniert das eigentlich? Teil 2

Teil 1 handelte von einigen wichtigen Ausgangsvoraussetzungen, die jeder Trainer kennen sollte - aber auch für Spieler nützlich zu wissen sind. Teil 2 stellt eine Übung genauer vor.

Teil 1 dieser Reihe ist HIER zu finden.
 
Grundsätzlich ist die Startbewegung und das optimale Positionieren der Beine etwas Natürliches. Der Körper sucht sich entsprechend der eigenen Fähigkeiten die optimale Position für den Start. So gibt es Athleten, die die Beine gleichzeitig aufsetzen, während Peter Gade beispielsweise oft in dieser Situation das rechte Bein minimal zeitlich vor dem linken Bein aufsetzt. Wie aber diese Individualität und Situationsspezifik des Starts schulen oder gar einführen? Dazu nutze ich gerne folgenden Übungsaufbau: 

Der Athlet steht auf einer Langbank, der Trainer wirft Bälle ans Netz und bekommt zunächst die Aufgabe, für den Lauf in die vordere Vorhandecke folgende Wege auszuprobieren:

1) Fallen lassen und gleichzeitiges Landen und Abdruck mit Links 
2) Fallen lassen, landen und Abdruck mit Links (rechter Fuß berührt minimal später den Boden) 
3) Fallen lassen, landen mit Rechts, dann Landen und Abdruck mit Links.
 
Ebenso für den Lauf in die vordere Rückhandecke:

1) Fallen lassen und gleichzeitiges Landen und Abdruck mit Rechts 
2) Fallen lassen, landen und Abdruck mit Rechts (linker Fuß berührt minimal später den Boden)  
3) Fallen lassen, landen mit Links, dann Landen und Abdruck mit Rechts.

Diese verschiedenen Wege jeweils nur kurz ausprobieren. Danach wirft der Trainer Bälle links oder rechts und der Athlet soll selbst ausprobieren oder besser noch „einfach machen“ und herausfinden, welche Art und Weise zu starten für ihn und die jeweilige Situation (Habe ich (richtig) erkannt, wo es hingeht?) besser passt. Athletenindividuell ist dies etwa abhängig von der Lesefähigkeit, der eigenen Reaktionsfähigkeit (Einzel- und Auswahlreaktion) sowie vom Verhältnis zwischen konzentrischer und exzentrisch-konzentrischer Startkraft. Dazu ein kleiner Denkanstoß, ohne dies für alle Fälle ausführlich zu behandeln: Lande ich in Situationen, in denen ich nicht weiß, ob der Ball in die Vor- oder Rückhandecke fliegt, immer auf Rechts, decke ich automatisch die vordere Rückhandecke besser und muss für den Auftakt auch nur eine Einfachreaktion ausführen. Fliegt der Ball dann aber in die Vorhandecke, habe ich hier einen minimal kleinen Nachteil – aber auch diesen Nachteil kann ich durch Training der physischen und kognitiven Komponente verkleinern.
 
Dies entspricht der folgenden Übung - nur "mit Zuwurf" und Ball!

 
 
Wichtig für diese Übung: Der Ballflug muss erkennbar sein, wenn der Athlet noch in der Luft ist (Zuwurftiming des Trainers) – dann entspricht es in etwa der Spielsituation. Hauptziel der Übung ist, zu schulen, dass für den Start ein explosiver Abdruck nötig ist – und dieser ist, wie oben beschrieben, auf verschiedenste Weisen möglich. Einen Artikel insbesondere zum Start gibt es HIER
 
Der nächste Artikel der kleinen Serie beschäftigt sich mit weitern Übungen für den Start, einem kleinen Ausflug nach China sowie einer Übungsreihe für den Laufrhythmus.
 
Die Texte wurden jeweils zuerst in der Badminton Sport vom Verlag Meyer & Meyer vom Autor Diemo Ruhnow veröffentlicht. 

Diemo Ruhnow 

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