Badminton Fachbegriffe - Ein Glossar für Einsteiger & Anfänger

Der Badmintontrainer redet und du verstehst manchmal nur Bahnhof: zentrale Position, Umsprung in der Vorhand und dann Chinasprung links vom Kopf? In der Rückhandecke Malayenschritt? Folgend etwas Licht in die verschiedenen Begrifflichkeiten des Badmintontrainings.

Neulich habe ich mir einen Vortrag über das Segeln und dort speziell über das Optimieren verschiedener Einstellungen angehört. Ich muss zugeben, ich habe relativ wenig verstanden. Hätte ich nicht den Referenten gekannt, wäre ich auch bei Leibe nicht auf Segeln gekommen. Grund? Fachchinesisch. Ich konnte mit irgendwann nicht mehr vorstellen, von welchem Teil des Segels oder Bootes nun gesprochen wurde. Seit dem kann ich gut nachfühlen, wie sich neue Spieler in einer Trainingsgruppe fühlen, wo der Trainer Übungen kurz und prägnant mit Fachausdrücken ansagt und kommentiert. Im ersten Teil Deutsch-Badminton / Badminton-Deutsch sollen vor verschiedene Schläge aus dem Trainerjargon „übersetzt“ werden. Dabei geht es gar nicht um eine exakte Synonymfindung, dass mutige ich mir als u.a. Mathematiker gar nicht an, sondern um eine Umschreibung des jeweiligen Begriffes.

 

Clear - ein zumeist Überkopfschlag, der in den hinteren Feldbereich des Gegners geschlagen wird. Wird er aus dem Unterhandbereich gespielt wird er meist auch als Unterhandclear bezeichnet.

 

Smash - ein Überkopfschlag von meist höchster Geschwindigkeit mit dem Ziel einen direkten Punkt zu erzielen, zu Deutsch Schmetterball oder Schmetterschlag

 

Sticksmash - eine Variante des Smash, wobei die Technik insofern abweicht, dass der Schlag extreme verkürzt ist und die Hand immer oberhalb der Kopfhöhe bleibt um einen steilen Winkel nach unten zu erreichen

 

Cross - Gegenteil von “longline”, bezeichnet einen Schlag, der diagonal geschlagen wird

 

Longline - Gegenteil von “cross”, bezeichnet einen Schlag, der die Linie entlang, also gerade geschlagen wird

 

Angriffsclear - ein besonders flacher, oft auch fintierter Schlag, der den Gegner knapp überspielen soll damit dieser im hinteren Feldbereich unter Druck kommt, besonders oft im Dameneinzel eingesetzt

 

Verteidigungsclear – ein besonders hoher Clear, der zum Zeitgewinn eingesetzt wird – oft aber auch nachteilig, da der Gegner für seinen nächsten Angriff wieder Zeit gewinnt

 

Lob - ein vom Netz aus gespielter Unterhandclear oder Swip wird gelegentlich auch als Lob bezeichnet (vgl. Bezeichnung im Tennis)

 

Drop - ein kurz gespielter Ball, mit dem Ziel den Gegner nach vorne zu bewegen oder bereits einen direkten Punkt zu erzielen

 

Schnittdrop - ein angeschnittener Drop, der durch Schrägstellung des Schlägers oder durch eine wischende Schlagbewegung erreicht wird. Die Flugrichtung unterscheidet sich von der Schlagrichtung, daher ist dies oft ein vorbereitender oder gar abschließender Schlag

 

Netzdrop / Drop am Netz - ein auf einen Gegnerdrop gespielter kurzer Ball, zumeist mit viel Schnitt ins trudeln gebrachter Ball (vgl. Netzschnitte)

 

Netzschnitte - man unterscheidet Außen- und Innenschnitt, durch eine kurze Schnittbewegung wird der Ball am Netz zum trudeln gebracht, wodurch es für den Gegner schwierig ist, diesen Ball zurück zu spielen

 

Stop - ein Drop auf einen Gegnerdrop wird oft auf als Stoppball bezeichnet

 

Neutraldrop - ein Drop, der aus dem Hinterfeld netzfern gespielt wird, der verhindern soll, dass der Gegner gefährlich zum Netz schneiden kann und als Alternative zum Verteidigungsclear besonders im Herreneinzel eingesetzt wird

 

Swip - ein Ball aus dem Netzbereich ins Hinterfeld des Gegners mit dem Ziel, ihn minimal zu überspielen, dass der Gegner keine Zeit hat, diesen zu unterlaufen, abhängig von der Gegnergröße

 

Swipaufschlag - Aufschlagvariante mit dem Ziel, den Gegner zu überspielen, findet größtenteils im Doppel Anwendung, wird aber im Einzel eingesetzt

 

Rückhandaufschlag - dadurch, dass der Treffpunkt näher am Netz ist, die Präzision besser und die Nachbereitung günstiger ist, wird dieser Aufschlagtyp vor allen Dingen in den Doppeldisziplinen, aber auch im Herreneinzel eingesetzt

 

Einzelaufschlag - gelegentlich verbindet man „Einzelaufschlag“ mit einem hohen Vorhandaufschlag, dies ist im Allgemeinen aber nicht richtig (vgl. Rückhandaufschlag)

 

Töten - ein im Netzbereich geschlagener Ball mit dem Ziel den Punkt abzuschließen

 

Block - Abwehrvariante oder Technik, wobei der Schläger größtenteils fest oder nur mit einer Schiebebewegung zum Ball bewegt wird, um einen Smash abzuwehren

 

Drive - ein schneller, flacher Ball der gerade eben die Netzkante überquert, vor allen Dingen in den Doppeldisziplinen zu finden

 

Bereitschaftstellung – Der Begriff Bereitschaftstellung umschreibt die Erwartungshaltung des Badmintonspielers im Ballwechsel. Diese kann offensiv, defensiv oder auch neutral sein, je nachdem, ob der Gegner einen hohen Treffpunkt hat (also einen Angriffsschlag spielen kann) oder im günstigstem Falle einen niedrigen Treffpunkt hat und somit den Ball nur noch nach oben spielen kann. Im Gegensatz zur defensiven Bereitschaftsstellung mit breitem Stand und niedrigem Schwerpunkt sind die Füße bei der offensiven Erwartungshaltung näher zusammen, der Körperschwerpunkt liegt weiter oben. Die Grundhaltung entspricht der athletischen Haltung (siehe Aufwärmen mit dem Miniband).

 

Ausfallschritt – vorwiegend im Vorderfeld eingesetzt wird ein Ausfallschritt benutzt, um raum- und zeitsparend in die jeweiligen Spielfeldecken zu gelangen. Ein Ausfallschritt wird aber auch zur Seite und bei neutralen und defensiven Lösungen im Hinterfeld eingesetzt und gegensätzlich einer oft vertretenden Meinung kann für Rechtshänder auch ein Ausfallschritt nach mit dem linken Bein, insbesondere im Midcourt sinnvoll sein.

 

Auftaktschritt – Ein Auftaktschritt wird im Badminton sowie in anderen Sportarten oft genutzt um den Körper in eine bessere Lage zum Start zu versetzen. Dabei wird das – und jetzt wird es leicht kompliziert, man möge sich das selber in der Halle klarmachen – vom Ball entfernte Bein nach hinten versetzt, um sich damit besser und kraftvoll in Richtung Ball abzustoßen. In der Vergangenheit gab es und auch weiterhin gibt es viel Diskussion um dieses Konzept – letztendlich kommt der reine Auftaktschritt in weniger Situation vor als man denkt – eine gute Antizipation und aktive Spielweise vorausgesetzt.

 

Sidestep – Wie der Kreuzschritt ist der wird der Sidestep im Badminton in den verschiedensten Situationen eingesetzt. Der Sidestep ist ein seitlicher Schritt oder Lauf, bei dem sich die Füße nicht überkreuzen, parallel senkrecht zur Laufrichtung sind und was oft falsch gemacht wird, sich NICHT berühren. Der Sidestep ist schneller als der Kreuzschritt, die Distanz die zurückgelegt wird pro Schritt ist aber deutlich kleiner.

 

Kreuzschritt – ähnlich dem Sidestep, nur dass sich beim Kreuzschritt, wie der Name schon sagt, die Füße überkreuzen um eine größere Distanz zurück zu legen.

 

Chinasprung – der Chinasprung wird sowohl in der linken hinteren Ecke sowie in der Rechten genutzt. Im Endeffekt ist es nur ein gesprungener Sidestep – um flach gespielte Clear vom Gegner noch abzufangen und als Kontomöglichkeit zu nutzen –meist im Zusammenhang mit dem Sticksmash gespielt.

 

Malayenschritt – bezeichnet ursprünglich den Auftakt zu einer Schrittfolge in die hintere Rückhandecke. Mittlerweile ist die Schrittfolge zwar erhalten geblieben, aber der Malayenschritt aus Gründen der Ökonomie nur noch rudimentär vorhanden.

 

Netzsprung – zunehmend auch im Einzel, aber vor allen Dingen im Doppel zum Töten eines Balles eingesetzt, bei dem der Spieler mit dem Schläger voran ans Netz springt und im Ausfallschritt landet.

 

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