REVISITED - Schulter- und Ellbogenprobleme im Badminton - Niemals!

Oft bekomme ich Fragen von frustrierten Badmintonspielern gestellt, was man bei Schulterschmerzen, Ellbogenproblemen oder gar Tennis- oder Golferarm tun kann. Die sekundäre Ursache kann oft vielfältig sein, die primäre ist oft die gleiche.

Auslöser verschiedenster Problematiken an der Schlagschulter oder dem Schlagarm können vielfältig sein, meist sind diese keine abrupt auftretenden Probleme, sondern ist eher ein schleichender Prozess resultierend aus einer Überbeanspruchung bestimmter Strukturen, die dann zu einer Überlastung und letztendlich zu einer chronischen Schmerz- und Entzündungsproblematik führen können. Überbeanspruchung resultiert letztendlich aus der einfachen Ungleichung: Die Belastung einer Struktur ist größer als die Belastungsverträglichkeit. Auf Werbedeutsch, ist die Belastung zu stark, ist die Struktur zu schwach. Dies betrifft ebenso eine Fehlbelastung – oft eine falsche oder ungünstige sportliche Technik ist hier der Auslöser – letztendlich ist auch hier die Struktur zu schwach oder ungeeignet, die Belastung abzufedern. 
 
Dabei läuft oft der folgende Prozess ab, der anfangs noch gar nicht problematisch oder gar merklich erscheint, und erst dann oft zu spät erkannt wird, wenn er vielleicht gar nicht mehr so einfach zu stoppen ist. Es beginnt zunächst mit harmlosen Muskelkater und Verhärtungen, oft auch als Verklebungen der Muskulatur bezeichnet. Werden diese nicht gelöst oder gelockert, verhärtet sich die Muskulatur weiter, dass ganze wandert in Richtung der Sehne und die Struktur Übergang Muskel-Sehne verhärte. Genau am Übergang ist dann wenig oder keine Flexibilität mehr gegeben – die Struktur wird aber weiter gereizt und entzündet sich somit. Wird weiter die gleiche ungünstige Belastung auf diese Struktur gegeben, kann dies zu einer chronischen Entzündung führen. Die verbundenen Schmerzen können zu einer ungünstigen Fehlhaltung und damit weiteren Fehlbelastung führen und und und ... so kann z.B. im Bereich des Ellbogen der Tennisellbogen („Tennisarm“) und/oder der Golferellbogen entstehen. Ist dieser erst einmal da, steht meist ein längere Reha-Prozess vor der Tür. 
 
Was also, wenn bereits oft ein Schmerz im Bereich Handgelenk-Ellbogen-Schulter vorhanden ist? Zunächst gilt es, den Arzt aufzusuchen, eine genaue Diagnose zu bekommen und einen Heilungsplan zu erstellen. Hier gilt es dann, zum einen die Symptome zu bekämpfen, aber auch die Ursache zu finden und zu lösen. Letzteres wird oft verkannt und führt dann schnell zu erneuten Probleme. Dieser Artikel kann und soll keine Lösungsvorschläge bei akuten Schmerzen bieten – dafür sind Ärzte die Spezialisten. 
 
Wie aber vorbeugen? Hier kann ich vielleicht helfen. Ein Großteil der Probleme auch des Handgelenks und des Ellbogens kommen von der Schulter. Probleme in der Schulterregion kommen haben oft ihr Ursache bereits in der Region Schulterblatt und Brustwirbelsäule. Stimmt hier irgendetwas nicht, kann dies bereits der Auslöser sein. Also – hier zuerst suchen. Typische Probleme – schlechte Haltung (z.B. vorgebeugte Haltung durch PC-Arbeit) und Überbeanspruchung der Brustmuskulatur (z.B. Sportart Badminton) und abgeschwächte Muskulatur der Schulterblätter (z.B. kann man dies durch abstehende Schulterblätter erkennen). Dazu jetzt folgenden Artikel lesen für weitere Ideen „Schulterprobleme – Niemals!“ – dann wiederkommen für den Rest. 
 
Dem Artikel würde ich noch einen Punkt mittlerweile hinzufügen – Beweglichkeitstraining der Brustmuskulatur durch Massage. Oft handelt es sich bei Verkürzungen auch (oft auch nur) um verhärtete Muskulatur, die den Oberarmkopf nach vorne-innen zieht. Verantwortlich hierfür können sogenannte Triggerpunkte im Pectoralis Minor (kleiner Brustmuskel – läuft relativ parallel und knapp unter dem Schlüsselbein – einmal testen!), im kleinen Kopf des Bizeps (testet ebenfalls mal) und im Latissimus Dorsi (Triggerpunkte sollten bei Überkopfsportarten ebenfalls hier schnell gefunden werden) – alles Muskeln, die den Arm innenrotieren, nach unten und zur Körpermitte ziehen. 
 
Diese Triggerpunkte und Verhärtungen sollten durch Massage (siehe z.B. Massagekarte Nr.1 von http://www.dr-badminton-training.de/shops/diemo-ruhnows-trainings-karten) gelöst werden und die Beweglichkeit durch Dehnübungen verbessert werden. Ist dies erledigt, gilt es wie in dem vorherigen Artikel beschrieben die Brustwirbelsäule beweglich zu machen, die Muskulatur zwischen den Schulterblättern zu trainieren und dann die umgebende Muskulatur inklusive der Rotatorenmanschette . 
 
Einfache Übungen ohne viel Hilfsmittel sind die Folgenden - jeweils darunter findet der Artikel, der sich näher mit dem jeweiligen Video beschäftigt:
 
Standwaage Rudern: 
 
rudern-2013-eine-der-besten-komplexen-kraftubungen 
 
Stabilitätsrudern TRX (Lat)

 
Stabilitätsrudern TRX (Mid-Trap)

 
 
Eine Übung, die perfekt für viele Bereich ist und auch sehr beanspruchend für die Schulterstabilität ist, ist die Übung „Handwalk“: 
 
 
 
Diese Übung trainiert zusätzlich noch die Core-Stabilität also die Stabilität des Rumpfes sowie die Beweglichkeit der hinteren Oberschenkelmuskulatur. Weitere Übungen, die äußert wichtig sind und ggf. auch bei Ellbogenschmerzen anwendbar sind (Arzt befragen!) sind die bekannten Übungen „T“ und „Y“ in unterschiedlichen Positionen (in Bauchlage oder in vorgebeugte Haltung) - siehe auch Funktionelles Krafttraining im Badminton) bzw. dem folgendem neuen Artikel
 
Übung T:
 
 
Beherzigt man all diese Hinweise, denkt im Alltag an seine „gute“ Haltung und findet man eine gute Balance zwischen Belastung und Regeneration sollte die Chance bzw. die Gefahr von Problematik im Bereich Schulter & Ellbogen deutlich sinken. 
 
Diemo Ruhnow
 
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